“Doktortitel auf Zeit”?

Manuel René Theisen, der Autor eines sog. Standardwerks zum wissenschaftlichen Arbeiten, überrascht uns mit einem Beitrag im duz-Magazin, in dem er die Debatte über eine “Verjährung” von Plagiaten bzw. Täuschungen im Promotionsverfahren um einen Vorschlag erweitert, der beim Lesen der Überschrift zunächst wie ein Leserkommentar auf Spiegel online anmutet:

Der Doktortitel auf Zeit. Könnte man erreichen, dass alle höheren akademischen Grade, hier exemplarisch aus tagesaktuellen Gründen am Doktortitel festgemacht, grundsätzlich von den ihn vergebenden Stellen auf Zeit, beispielsweise für zehn Jahre befristet, verliehen würden, so wäre damit – als Widerrufslösung ausgestaltet – kein zusätzlicher Aufwand für die ganz überwiegende Zahl der Regelfälle verbunden. Dem schon zitierten Führerscheinbeispiel entsprechend, würde in allen unstreitigen und unbestrittenen Fällen sowohl innerhalb von jeweils zehn Jahren als auch bei Fristablauf kein gesonderter Verwaltungsakt erforderlich, die Titelführung würde sich automatisch (also stillschweigend) um denselben Zeitraum verlängern. Dagegen würde für als gravierend erachtete Missbrauchsfälle damit ein Eingriff – und gegebenenfalls Entzug – zu jeder Zeit ab einer einmal erteilten akademischen Graduierung möglich beziehungsweise erhalten bleiben; dabei könnten und müssten die persönlichen Umstände im Zeitablauf sowie weitere beachtliche Veränderungen berücksichtigt und in eine entsprechende Entscheidung einbezogen werden.

Dahinter steht also nicht die Idee einer Art Verfallsdatum für Doktorgrade, sondern ein vermeintlicher verfahrenstechnischer Trick. Auch dem wohlwollenden Leser erschließt sich allerdings nicht ganz, inwiefern diese “Umwertung” des Entzugs (bzw. der Rücknahme) in eine Nichtverlängerung des Grades erforderlich sein soll, um die Täuschungsfälle verwaltungsrechtlich in den Griff zu bekommen.

Oder geht es bei dem Vorschlag (bloß) um die psychologische Komponente des Problems?

Nachtrag: Der Artikel wurde von Spiegel Online aufgegriffen. Die dortigen Leserkommentatoren äußern sich gewohnt kritisch.

JUVE Awards 2013: Die Nominierungen stehen fest

JUVE hat die Nominierungen für die diesjährige Ausgabe der “JUVE AWARDS” veröffentlicht. Dabei gibt es einige Neuerungen:

In diesem Jahr kommt eine neue Kategorie hinzu: Zum ersten Mal verleiht der JUVE Verlag einen Award für die Kanzlei des Jahres Österreich. Eine weitere Kategorie kommt in einem neuen Gewand daher: Die Kanzlei des Jahres für Medien heißt zukünftig Kanzlei des Jahres für Medien und Technologie. Technologische Themen wie Datenschutz, die schon länger für die Nominierung in dieser Kategorie eine wichtige Rolle spielen, gewinnen in der Medienbranche zunehmend an Bedeutung. Der neue Name soll dieser Entwicklung nun noch besser Rechnung tragen als bisher.

Künftig werden in 15 statt wie bisher 14 Preiskategorien jeweils fünf Kanzleien nominiert. In weiteren 3 Preiskategorien nominiert die JUVE Redaktion jeweils 5 Inhouse-Teams für ihre Leistungen.
Eine Übersicht aller Kategorien finden Sie in der nebenstehenden Box unter „Preiskategorien“.

Die diesjährige Preisverleihung, bei der die Sieger bekanntgegeben werden, findet am 23. Oktober 2013 in der Alten Oper in Frankfurt statt.