Roland Reuß führt bekanntlich einen rechtschaffen polemischen Feldzug gegen Open Access (
...jurabilis! berichtete bereits von der Debatte in der FAZ). Auf
dieser Website sind einige Beiträge zum Thema versammelt. Bei der
Lektüre der Rückantwort auf
Gudrun Gersmanns Replik fällt auf, dass
Reuß - wie auch schon in seinem
Artikel zu GoogleBooks - die Autoren durch aufgedrängte Solidarität in die Phalanx der Open-Access-Verweigerer zwangseinreihen möchte:
Und vor allem sollten endlich einmal Zahlen auf den Tisch. Es wird immer wieder behauptet, die Wissenschaftler seien so happy, unter Open Access-Bedingungen zu publizieren, um, ja, o: ›sichtbar‹ zu werden. Das ist eine reine Behauptung ohne jede Unterfütterung durch Empirie, der ich locker meine Erfahrung im Umgang mit Kollegen entgegensetze. Niemand, der das Open Access-Modell in seinen Folgen für die wissenschaftliche Freiheit durchdacht hat, kann mit den vorgezeichneten Konsequenzen für seine Publikationsfreiheit auch nur ansatzweise sympathisieren – von den Personen abgesehen (quelle surprise), die im Rahmen von Open Access-Projekten Gelder von der DFG bekamen.
Das ist durchschaubar und selbst als rhetorischer Winkelzug zum Scheitern verurteilt. Wissenschaftliche Autoren sind alles andere als glücklich darüber, einem Verlag nicht nur hochwertige Inhalte, sondern auch noch Formatierungsleistungen und viele andere ursprünglich genuine Verlagsleistungen vor die Haustüre zu tragen, gleichzeitig ihre Verwertungsrechte weitestgehend abzugeben und überdies nicht unerhebliche Summen Geldes auf den Tisch zu legen. Die Autoren wissen außerdem aus eigenem Erleben, dass eine frei zugängliche Online-Veröffentlichung (und sei sie nur parallel zur Buchveröffentlichung) die Sichtbarkeit des eigenen Werks drastisch erhöht und in aller Regel gerade nicht zu weniger, sondern sogar zu mehr Verkäufen des Druckwerks führt.
Roland Reuß und seine Mitstreiter tun gut daran, sich bei ihrer Argumentation nicht ständig hinter den Autoren zu verstecken und Solidarität zu erfinden, wo keine ist.
Ein irritierender FAZ-"Artikel" verweist auf einen "Appell" gegen Open Access, der von den üblichen Verdächtigen ausgeht.
Aufgenommen: Mär 22, 12:59
Zum "Heidelberger Appell" seien diese beiden Beiträge nachgereicht: "Zwei Kulturen und die Büttel der Großunternehmen" und "Closed Minds on Open Access". Der letztgenannte Artikel fasst noch einmal in Kürze den Sach- und Streitstand zusammen:Die Open-Acce
Aufgenommen: Mär 29, 11:48