Ehemaliger McDermott Partner verliert Anwaltszulassung wegen paar Erdnüsschen

Das ABAJournal berichtet:

An Illinois lawyer has been disbarred by the state supreme court for misrepresenting his income on his child’s private school financial aid applications, in order to qualify for $22,830 in assistance over an approximately four-year period. […] providing falsified copies of his tax returns to the Francis W. Parker School in Chicago, […] Paul Golden […] worked for more than 20 years at McDermott Will & Emery.

Der Hauptakteur war allerdings schon 21 Jahre nicht mehr bei McDermott, wie man hier erfahren kann:

The appellant, Bruce Golden, is a securities lawyer who worked for the appellee law firm McDermott, Will & Emery (MWE) for 21 years.   He joined the firm in 1970, was made an income partner in 1976 and was made a capital partner in 1981.   Among the clients he brought to MWE were a public real estate syndicator known as Avanti Associates (Avanti), and its promoter, Timothy Sasak.

In 1989, a class action suit (the Avanti suit) was brought against Sasak and Avanti for, among other things, violation of securities laws in the sale of its partnership assets.   MWE was also named as a defendant.   The plaintiffs sought to recover $120 million from MWE.

Merke: Bei Geld, da hört die Freundschaft auf. Insoweit war auch die Entlassung aus der Anwaltschaft nur folgerichtig, auch wenn es hier nur um vergleichsweise Erdnüsschen ging. Supreme Court of Illinois:

The petition by respondent Bruce Paul Golden for leave to file exceptions to the report and recommendation of the Review Board is denied. Respondent is disbarred, as recommended by the Review Board.

Das Leben ist hart!

Dewey & LeBoeuf Files for Bankruptcy


Dewey & LeBoeuf, the law firm crippled by financial miscues and partner defections, filed for bankruptcy on Monday night, punctuating the largest law firm collapse in United States history.

Und wieder eine Elefantenhochzeit die nun endgültig gescheitert ist … Unglaublich. Mehr zu den Hintergründen bei abovethelaw.com!

KG Berlin (22.02.2012) zur Führung eines LL.M. aus dem Ausland

Unter Urteilsrubrik.de ist eine Entscheidung des Kammergerichts* zur Führung eines LL.M. aus dem Ausland zu finden. Der Antragsteller (Rechtsanwalt) war der Auffassung, dass zwei Berufskollegen auf Briefkopf und Website den LL.M. nicht nur mit Ortsangabe

[Name] LL.M. (Houston)
[Name] LL.M. (cape Town),

sondern auch mit der Angabe der Universität, also nur in der Form

[Name] LL.M. (University of Houston)
[Name] LL.M. (University of Cape Town)

hätten führen dürfen.

Das LG Berlin hatte noch im Sinne des Antragstellers entschieden. Nunmehr hat das KG deutlich gemacht, dass es schon

(z)weifelhaft ist (…), ob die streitgegenständlichen Angaben zu den Hochschultiteln gegen § 34a Abs. 1 Satz 1 BerlHG verstoßen. (…) Nach dieser Vorschrift darf ein ausländischer Hochschulgrad, der von einer nach dem Recht des Herkunftslandes anerkannten Hochschule (…) verliehen worden ist, grundsätzlich in der Form, in der verliehen wurde, “unter Angabe der verleihenden Stelle” geführt werden. (…)

Natürlich waren nicht die Städte Houston oder Cape Town “verleihende Stellen”, insoweit lag der Antragsteller richtig. Das KG führt dann aus:

Der anwaltliche Dienstleistungen nachsuchende Durchschnittsverbraucher wird in den streitgegenständlichen Angaben die Namen bekannter ausländischer Großstädte (…) erkennen. Im Zusammenhang mit einem Hochschultitel wird der angesprochene Verkehr diese Angaben zwanglos dahin verstehen, dass damit der Ort der Universität benannt wird, an dem der Titel erworben wurde. Da Universitäten häufig nach ihrem Sitz bezeichnet werden, wird er nahe liegend in der Ortsangabe auch den Namen der verleihenden Universität erblicken, wenn der Ortsangabe keine weiteren konkretisierenden Namensbestandteile hinzugefügt worden sind. (…) Damit ist vorliegend die verleihende Stelle hinreichend bezeichnet. (…)

Im Ergebnis wohl eine zutreffende Entscheidung, aber auch in der Begründung? Es fragt sich, welchen Durchschnittsverbraucher das KG im Auge hatte. Wird dieser Durchschnittsverbraucher bspw. die Angabe “Berkeley” zielsicher in Kalifornien vermuten? Oder welcher Durchschnittsverbraucher kann den US-Städten Cambridge, New Haven, Ithaca oder New York rasch die Namen der bekannten Universitäten** zuordnen?

*) KG Berlin v. 22.02.2012, 5 U 5 51/11, Berliner Anwaltsblatt, 2012, 128f.
**) Gemeint sind natürlich Harvard, Yale, Cornell und Columbia; wobei natürlich in diesen Fällen der Absolvent eher den bekannten Namen, denn die einfache Ortsangabe führen wird …