Forum Junges Baurecht – Auftaktveranstaltung am 07.11.2013

Vor kurzem hat sich in der Deutschen Gesellschaft für Baurecht e.V. der Arbeitskreis „Forum Junges Baurecht“ gegründet. Unser Ziel ist es, in ungezwungener Atmosphäre ein Forum zum Networken für junge Baupraktiker zu bieten und den interdisziplinären Austausch über typische Probleme von Berufsanfängern im Bereich des Baurechts und den angrenzenden Rechtsgebieten zu fördern.

Im Fokus steht dabei einerseits eine „erweiterte Ausbildung“ auf Veranstaltungen zur Vermittlung von Grundlagen, etwa zu bauprozessualen Fragen aber auch zu Fragen der Baupraxis (etwa Technik, Betriebswirtschaft), die für das Verständnis des Baurechts insgesamt von Bedeutung sind. Durch den Austausch von jungen Juristen, Technikern, Architekten, Ingenieuren und Betriebswirtschaftlern über diese Themen soll das Verständnis untereinander und der Gesamtblick auf die Materien Bauen und Baurecht verbessert werden, denn am Ende des Tages hat das Baurecht keinen Selbstzweck, sondern nur dienende Funktion: Im Vordergrund steht die Errichtung von Bauwerken. Aus diesem Grund sind auch gerade Nichtjuristen im Forum herzlich willkommen!

Andererseits wollen wir den Anliegen unserer Generation auf verschiedenen Ebenen Gehör verschaffen und uns gemeinsam bei der Deutschen Gesellschaft für Baurecht e.V. und weiteren Vereinigungen einbringen.

Alle Interessenten sind aufgerufen, aktiv an der Gestaltung des Forums mitzuwirken. Zum schnellen und unkomplizierten Networken und zum Austausch von Informationen wurde eine Gruppe bei XING eingerichtet. Mehr Informationen sind auch hier zu finden. Neben geplanten regionalen Treffen (Stammtische o.ä.) ist zunächst am 07.11.2013 als Auftaktveranstaltung eine Vortragsveranstaltung in Frankfurt am Main geplant. Entsprechend der Zielrichtung des Forums soll – anders als bei „klassischen“ Vortragsveranstaltungen – die Interaktion mit und unter den Teilnehmern im Mittelpunkt stehen, bei der in einer ungezwungenen Atmosphäre Fragen gestellt, gemeinsame Probleme identifiziert und Lösungen diskutiert werden sollen.

Die Teilnehmer erhalten einen Fortbildungsnachweis über 4 Stunden gem. § 15 FAO (FA Bau- und Architektenrecht).

Referenten:
— Prof. Dr.-Ing. Markus Kattenbusch (FH Bochum) – „Einführung in die Grundlagen des Baubetriebs und der Bautechnik“
— Ulrich Schröder (Richter am OLG Frankfurt am Main) – „Besonderheiten im Baupozess“

Wann:
07.11.2013, ab 13:00 Uhr

Wo:
Park Inn by Radisson Frankfurt Airport

Mehr Informationen und Anmeldung hier

Wir freuen uns über zahlreiche Beteiligung!

JUVE Awards 2013: Die Nominierungen stehen fest

JUVE hat die Nominierungen für die diesjährige Ausgabe der „JUVE AWARDS“ veröffentlicht. Dabei gibt es einige Neuerungen:

In diesem Jahr kommt eine neue Kategorie hinzu: Zum ersten Mal verleiht der JUVE Verlag einen Award für die Kanzlei des Jahres Österreich. Eine weitere Kategorie kommt in einem neuen Gewand daher: Die Kanzlei des Jahres für Medien heißt zukünftig Kanzlei des Jahres für Medien und Technologie. Technologische Themen wie Datenschutz, die schon länger für die Nominierung in dieser Kategorie eine wichtige Rolle spielen, gewinnen in der Medienbranche zunehmend an Bedeutung. Der neue Name soll dieser Entwicklung nun noch besser Rechnung tragen als bisher.

Künftig werden in 15 statt wie bisher 14 Preiskategorien jeweils fünf Kanzleien nominiert. In weiteren 3 Preiskategorien nominiert die JUVE Redaktion jeweils 5 Inhouse-Teams für ihre Leistungen.
Eine Übersicht aller Kategorien finden Sie in der nebenstehenden Box unter „Preiskategorien“.

Die diesjährige Preisverleihung, bei der die Sieger bekanntgegeben werden, findet am 23. Oktober 2013 in der Alten Oper in Frankfurt statt.

Uhlandgymnasium (Autorenlesung)

Lothar Müller-Güldemeister, Rechtsanwalt (of Counsel) der Sozietät Knauthe in Berlin, hat nach dem sehr lesenswerten Erstlingswerk „Das Recht und sein Preis – Der Fall Foris“ (Leseprobe) ein weiteres Buch geschrieben, das ausweislich des Klappentextes auch uns Juristen interessieren dürfte: „Uhlandgymnasium“:

Zwei Tage im Juli, ein Menschenleben voneinander entfernt. Und nach beiden wird nichts mehr sein, wie es war.

Nicht für den Schüler am Tübinger Uhlandgymnasium Konstantin, genannt Primus.

Und nicht, 39 Jahre später, für den Rechtsanwalt Konstantin Raffay, als er erneut in die Stadt muss, die er, wie er sich damals geschworen hat, nie mehr betreten wollte.
Unerbittlich laufen die Schicksalsfäden der beiden Tage aufeinander zu.

Am 6. März um 19:30 Uhr (Einlass ab 19:00 Uhr) liest der Autor im Foyer der Sozietät Knaute am Leipziger Platz 10 aus seinem neuen Buch. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Bericht von der Jahrestagung der Deutschen Steuerjuristischen Gesellschaft in Linz (9.-11. September)

Sonntag, 9. September 2012, 11:30 Uhr: auf nach Tegel, auf zur Tagung der Deutschen Steuerjuristischen Gesellschaft in Linz, Österreich. Das diesjährige Tagungsthema „Internationales Steuerrecht“ lässt auf interessante Referate und Diskussionen hoffen.

12:25 Uhr: Boarding in den Air Berlin Flieger von Berlin nach Wien. Zahlreiche Passagiere machen den Eindruck noch nie geflogen zu sein (steigen hinten ein, obwohl sie Plätze in der 5. Reihe haben). Im Flieger neben mir sitzt eine Dame (ca. 35 Jahre) und liest Fifty Shades of Grey. Ist ja wirklich ein Hype. Sie bestellt den obligatorischen Tomatensaft und klammert sich an die Armlehne als wir in Wien runterkommen. Wenigstens keine applaudierenden Passagiere bei der Landung.

13:45 Uhr: Gelandet. Flughafen Wien liegt ungefähr genauso weit vom Stadtzentrum entfernt wie der bald öffnende irgendwann fertige BER in Berlin. Jetzt schnell zum Wiener Westbahnhof, von dort soll es mit dem „Railjet“ nach Linz weiter gehen.

15:14 Uhr: Im Railjet einen Platz gefunden. Wasser am Bahnhof kostet nur 1€ der halbe Liter Sprudel. Sehr löbliche Preisgestaltung. Im Zug macht ein kostenfreies ÖBB WLAN auf sich aufmerksam. Mein iPhone zeigt gute Verbindung an, bis nach Linz werde ich allerdings nichtmal einen Tweet versendet haben. Es geht nicht!

17:30 Uhr: Ich habe in Linz, mitten im
historischen Zentrum, mein Hotel gefunden. Hier endlich WLAN. Der Fernseher funktioniert auch, auf Sendeplatz Nr. 1 haben sie RTL2 programmiert!

19:00 Uhr: Im Josef’s ist offizieller Empfang („geselliges Beisammensein“) der DStJG. Wieder einmal sehr gut organisiert durch die Verantwortlichen vom Otto-Schmidt Verlag. Es gibt gleich ein Helles auf die Hand und man trifft altbekannte Gesichter, immerhin bin ich seit 2006 nunmehr auf meiner 5. Tagung. Ich war erstmals noch als Student 2006 in Osnabrück und dann auch 2007 in Stuttgart, 2009 in Nürnberg und 2010 als Fast-Heimspiel in Potsdam dabei. Die Tagungen 2008 und 2011 (Bochum, Speyer) habe ich jeweils wegen Geburt meiner Kinder gern ausgelassen.

22:00 Uhr: Speis und Trank sind gut (bis auf den Topfenstrudel). Die Gespräche recht ansprechend. Eine Mitarbeiterin eines Steuerlehre-Lehrstuhls gibt etwas zuviel Interna preis: Sie habe nun einen Aufsatz des Chefs übersetzt, damit er nun veröffentlicht werden kann und zudem habe sie die „Fußnoten überarbeitet“ und paar „Quellen nachgetragen“. Bei vielen Aufsätzen ist es wie bei der Wurst, man will lieber nichts über die Entstehung wissen, deshalb bleibt der Name des Lehrstuhlinhabers auch ungenannt.

Montag, 10. September 2012, 0:30 Uhr: Wieder im Hotelzimmer. Das Wetter war kurz nach Mitternacht spätsommerlich sehr angenehm. Aber nun schnell ins Bett, die Tagung beginnt um 9:00 Uhr auf dem weit vom Stadtzentrum entfernten Campus der Johannes Kepler Universität (JKU).

7:30 Uhr: Wecker. Mäh. Das Hotelfrühstück ist ok, der Kaffee ist mies, es gibt nur Filterkaffee. Von Österreichischer Kaffeehauskultur nichts zu schmecken.

8:33 Uhr: Die richtige Tram erwischt. Die Uni liegt ähnlich weit entfernt wie die FU Berlin von Berlins Mitte. Ich bin leider zwei Minuten zu spät. Die Begrüßung des Präsidenten des Bundesfinanzhofs Prof. Dr. h.c. R. Mellinghoff hat schon begonnen.

9:15 Uhr: Jetzt geht’s los. Michael Lang (Wien) referiert zu „Rechtsquellen und Prinzipien des Internationalen Steuerrechts“. Eine wirklich gute Einführung, insbesondere auch in die Bedeutung der OECD Musterabkommen und der Abkommenspraxis. Auch die Themen des nationalen Treaty Overrides und der Einfluss der EU werden angerissen. Zum leidigen Thema, ob Doppelbesteuerungsabkommen auch die doppelte Nichtbesteuerung erfassen und lösen sollen sieht M. Lang als kritisch („natürlicher Reflex es seien zwei Seiten derselben Medaille“). Als Auslegungsmaxime nur begrenzt nutzbar und insoweit ein Lob an den Bundesfinanzhof. Der Versuch des deutschen Gesetzgebers die doppelte Nichtbesteuerung zu bekämpfen führt zu systematisch fragwürdigen Ergebnissen, wenn Steuerharmonisierung nicht damit einhergeht.

10:15 Uhr: Erster Diskussionsbeitrag von Dietmar Gosch, RiBFH, der ein paar Worte gegen Treaty Overrides verliert. Demokratiedefizite bei Abkommensverhandlungen (Parlament winkt unterzeichnete Abkommen nur ab) sollten nicht durch Treaty Overrides überdeckt werden. Rechtskulturell sollte demokratische (vulgo parlamentarische) Beteiligung wieder vorgezogen werden in den Prozess der Abkommensaushandlung, damit keine späteren Treaty Overrides notwendig sind.

Wolfgang Schön (München) fragt zu den Prinzipien des internationalen Steuerrechts: Gibt es Prinzipien der Aufteilung von Steuergütern zwischen den Staaten und welche Kriterien gibt es?

Natürlich ist diese Frage eine Steilvorlage für Paul Kirchhof: Was ist der Grund, warum ein Staat auf Leistungsfähigkeit des Steuerpflichtigen zugreifen kann? Kirchhof bringt wieder die Markteinkommenstheorie ins Spiel und erwähnt wieder die positiven Aspekte von leistungsfähigkeitssteigernden Staatsfunktionen (Sicherheit, Justiz, Bildung). Das ist natürlich ein interessanter Aspekt, tendiert m.E. jedoch immer in Richtung Äquivalenzprinzip: Der Weg von dieser Theorie zur Aussage, wer mehr Staatsfunktionen in Anspruch nimmt, zahlt mehr. Ob das gut ist? Später wird der Tagungsleiter Achatz (Linz) diese Aussagen als richtig, aber als zu abstrakt bewerten um daraus etwas konkretes ableiten zu können.

10:45 Uhr: Endlich Kaffeepause. Wieder nur Filterkaffee, dafür gute Säfte (Cappy von Coca-Cola). Belegte Brötchen mit Lachs sind nicht mein Ding. Mittags gehts in die Mensa. Mal schauen wie das wird …

11:15 Uhr: Nun das Referat von Spengel (Mannheim) „Neutralitätskonzepte und Anreizwirkungen im Internationalen Steuerrecht“. Er beginnt mit einem Chart über Steuersatzvergleiche, ich verstehe nix! Spengel referiert zu Kapitalimport- bzw. -exportneutralität, Investitionsentscheidungen und Belastungsvergleiche. Die Welt wird hier auf reine Prozentvergleiche reduziert. Deutschland nimmt 40%, Japan nur 30%, also geh ich nach Japan. Wirklich? Ist das so? Ich steig geistig aus, es gibt aber einen Lichtblick als er über die Beitrittsländer 2004 spricht, u.a. über die Tschechoslowakei. Habe den Schuss nicht gehört!

11:55 Uhr: Es wird wieder ein Steuerjuristisches Thema angekündigt. Es referiert nun Rust (Luxemburg) zu „Gleichbehandlungsgebote und Diskriminierungsverbote im Internationalen Steuerrecht“. Endlich die Gelegenheit mein Basiswissen EU-Grundfreiheiten aufzufrischen?! Das Problem ist diesmal nicht der Inhalt des Referats sondern vielmehr die gemächliche, betont abwägende und leicht singende Variante des Vortrags. Selbst ein Beispiel mit dem Versandhändler von Linzer Torten (wann ist eigentlich Mittagspause?) hat keinen Weckruf-Effekt!

12:20 Uhr: Wir sind nun schon 20 Minuten im Verzug, der Magen knurrt. Es soll noch eine Referat vor der Mittagspause folgen. Hauptsache Herr Schmidt (MDir, München) haut mich (inhaltlich) vom Hocker.

12:30 Uhr: Nun referiert Eckehard Schmidt (München) zum Thema „Freistellungsmethode auf dem Rückzug?“. Er fängt mit Rechtsgeschichte an: Das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Preußen und Sachsen von 1869 sowie das Abkommen zwischen Preußen und Österreich werden als Ursprung für die Freistellungsmethode genannt. Ah, in den Tagungsunterlagen findet sich das ausformulierte Redemanuskript. Jetzt ist klar, warum der Vortrag holprig ist, der Referent hat wohl seinen „Aufsatz“ als Fließtext auf dem Pult. Hmm. Dafür inhaltlich sehr interessante Ausführungen zu Vor- und Nachteilen von Freistellungs- und Anrechnungsmethode.

13:00 Uhr: Diskussionsrunde die Zweite. Ein paar interessante Aspekte (Gründe) für den generellen Verzicht auf Quellensteuer und die Praxis der US-Anrechnungsmethode. Seer (Bochum) erwähnt, das er sich vom größten Kritiker der Zinsschranke dahin entwickelt hat, hier Verständnis zu haben ohne diese Regelung gut zu finden. Schön (München) fast alles prägnant und stringent zusammen.

13:30 Uhr: Mittagspause! In der Mensa gibt es für uns ein Menü: Champignoncremesuppe, Salat und Chicken-Wings mit Wedges. Es bleibt die spannende Frage, wann die Wings&Wedges uns in die Müdigkeit zerren werden.

14:30 Uhr: Kaffee gibt es in der Mensa um diese Zeit natürlich nicht. Also ab zum Dallmayr-Automaten und eine Wiener-Melange für 50ct. Fast so mies wie der Filterkaffee!

14:45 Uhr: Das erste Nachmittagsreferat hält der altehrwürdige Hugh J. Ault (Boston) über „Akteure des Internationalen Steuerrechts und ihre Handlungsformen“. Ault berichtet insbesondere über die Arbeitsweise der OECD und gibt das folgende Gleichnis: Wenn Staat A sagen würde die Erde sei eine Scheibe und Staat B einwenden würde, die Erde wäre rund, würde der Bericht der OECD lauten: Die Erde habe eine interessante Form und es wird ein gemeinsamer Standpunkt gefunden werden. Insgesamt ein sehr aufschlußreicher Vortrag; mehr davon!

15:15 Uhr: Nun Frau Becker (Regierungsdirektorin im BMF) zum Thema „Internationale Zusammenarbeit – Konsultation und Verständigung“. Das Thema hatte ich (praktisch) noch nicht auf dem Tisch, insoweit ein neuer Blick auf die Steuerverwaltung.

15:30 Uhr: Wings&Wedges vom Mittag schlagen nun zu und zerren an meiner Konzentrationsfähigkeit. Ich will schlafen. Eine Coke Light muss helfen. Ich sehne mich schon nach Filterkaffee (komisch).

15:55 Uhr: Frau Becker ist nun fertig und Herr Mellinghoff spricht das Problem der „Rechtsetzung“ durch Verständigungs- und Konsultationsverfahren. Wie wird hier Gesetzesbindung und Transparenz gewährleistet? Frau Becker wirft ein, das es um Sachverhaltsermittlung geht und nicht um Rechtsfindung (Verrechnungspreise). Ob Mellinghoff mit seinem Einwurf nicht eher auf den Erlass von Rechtsverordnungen zur Umsetzung von Konsultationsvereinbarungen (vgl. nur § 2 Abs. 2 Abgabenordnung) abgezielt hat? Mellinghoff wirft ein, dass Effizienz und Pragmatismus nicht Gleichmäßigkeit und Gesetzmäßigkeit der Besteuerung unterwandern darf. Bei einiger Freizeit werde ich mal Habermas‘ „Faktizität und Geltung“ aus dem Regal holen.

16:05 Uhr: „Kaffee“-Pause. Der Kuchen ist ok. Aber keine Linzer Torte – Skandal!

16:35 Uhr: Es referiert nun Frau Nadya Bozza-Bodden (Köln) zum Thema „Internationale Zusammenarbeit – Informationsaustausch“. Jetzt gehts also gleich um die CDs. Achso, ich mag keine Referate die größtenteils aus abgelesenen Schachtelsätzen bestehen. Leider besteht das Referat auch nur aus einem Sammelsurium an Informationen zu den diversen Rechtsgrundlagen, die einen Informationsaustausch ermöglichen sollen. FATCA wird kurz angerissen, allerdings stellt sich bei mir kein Erkenntnisgewinnung ein. CDs wurden doch nicht angesprochen.

17:10 Uhr: Nun wieder Diskussionsrunde. Keine bahnbrechenden Erkenntnisse am Nachmittag. Die Themen des morgigen Dienstag versprechen auch mehr Gehalt.

17:30 Uhr: Es folgt die Verleihung des Albert Hensel Preises an Herrn Malte Dirk Bergmann für seine Dissertation über die „Liquidationsbesteuerung von Kapitalgesellschaften“ (immerhin mit 5.000€ dotiert). Glückwunsch!

Nun folgt noch die Mitgliederversammlung des Vereins. Später empfängt der Landeshauptmann Oberösterreich die illustre Runde!

19:30 Uhr: Empfang beim Landeshauptmann des Landes Oberösterreich. Der Landeshauptmann lässt sich vertreten durch den Präsidenten des Landtags. Nach dem Austausch warmer Worte gibt es Pils aus Linz und ein üppiges Büffet.

22:30 Uhr: Ist das Pils nun wirklich schon alle? Das wäre ja …

22:35 Uhr: Ahhh, die Bedienung stellt nochmals Pils bereit. Wir müssen also doch noch nicht den „Steinernen Saal“ des Linzer Landhaus verlassen.

23:30 Uhr: Wir werden gefragt, ob wir darüber nachdenken könnten uns örtlich zu verlagern. Also gut, wir kommen auch noch für eine Runde Puntigammer in einem Lokal der Stadt unter.

Dienstag, 11. September 2012, 8:30 Uhr: Auf gehts mit der Tram zum Campus der JKU.

9:00 Uhr: Es geht pünktlich los mit dem Referat von Gosch zum Thema „Missbrauchsabwehr im Internationalen Steuerrecht“. Zum Thema „Weiße Einkünfte“ bzw. Keinmalbesteuerung bezieht Gosch derart Position, dass diese systemisch durch die Freistellungsmethode angelegt und zu respektieren ist, wenn man nicht explizit im Abkommen etwas abweichendes vereinbart. Hier zeigt sich doch deutlich die Auffassung zu verfassungswidrigem Treaty Override. Ein allgemeiner Abkommens-Missbrauchsvorbehalt ist für Gosch mit dem Grundsatz der Gesetzmäßigkeit der Besteuerung wohl nicht vereinbar.

9:25 Uhr: Selten eine so schöne Erläuterung zur Unterscheidung von Regeln über Basisgesellschaften zu den Regeln über die Hinzurechnungsbesteuerung (CFC Rules) gehört. Nun noch der leidige § 50d Abs. 3 EStG. Gosch sieht das ähnlich kritisch wie Lüdicke (Uni Hamburg sowie PwC Hamburg). Ein sehr guter Vortrag.

9:50 Uhr: Diskussionsrunde. Von Groll und Fischer (Co-Referat) bringen die Vorstufe der Einkommenszurechnung (Tatbestandsverwirklichung) ins Spiel. Und auch hier wieder ein pragmatischer Einwand: Bindet die abkommensautonome Auslegung nicht den Rechtsanwender Fiskus zu sehr, da Änderungen von bestehenden Abkommen nicht leicht und schnell umsetzbar sind. Sind hier nicht nationale Regelungen (gemeint wohl Treaty Overrides) gerechtfertigt? Insgesamt eine spannende Diskussion die die Längen des Montag Nachmittag vergessen lässt.

10:15 Uhr: Filterkaffeepause.

10:45 Uhr: Weiter gehts mit den Referaten von Schönfeld, Naumann und Staringer zu „Neue Entwicklungen zur Betriebsstätte im Internationalen Steuerrecht – Betriebsstättenbegriff – Sollen Betriebsstätten wie Tochtergesellschaften besteuert werden?“ Schönfeld berichtet von der Erosion des Betriebsstättenbegriff der ursprünglich äquivalenztheoretisch begründet war und nun immer weniger Konnex (feste Einrichtung) im anderen Staat erfordert. Das angekündigte Pro-Contra-Duell zur Frage, ob Betriebsstätten wie Tochtergesellschaften besteuert werden sollen, bleibt leider aus. Es gibt stattdessen darstellende Referate zum sog. „Authorised OECD Approach“ (AOA).

11:45 Uhr: Die Diskussion ist spannender und dreht sich um die Frage, ob der AOA auch auf bestehende DBA anzuwenden ist bzw. (grundlegend) ob das Leistungsfähigkeitsprinzip eine Doppelbesteuerung verbietet (Einwand Lehner).

12:30 Uhr: Das Mittagessen ist wieder nicht der Brüller. Es wird eine Art Chinapfanne gereicht. Der Automaten-Dallmayr danach kann auch nichts rausreißen.

13:30 Uhr: Es beginnt das für mich letzte Referat von Haas: „Verrechnungspreise, Einkünfteverlagerung – Gestaltung und Abwehr – betriebswirtschaftliche Grundlagen, Methoden und Unternehmenspraxis“. Danach werde ich schon verschwinden um den Zug nach Wien zu erreichen.

13:34 Uhr: Der Referent bemerkt, dass nicht die richtige Präsentation im Rechner ist. Er muss erstmal den richtigen USB Stick besorgen. Da Haas von der BASF kommt, hören wir erstmal ein paar Slides zur Company und deren Produkten. Ansonsten mir viel zu technisch und auf BASF bezogen.

14:30 Uhr: Ich bin dann weg …

15:12 Uhr: Fahrplanmäßige Abfahrtszeit meines Railjet nach Wien. Auch hier sind wohl Verspätungen bei der Bahn systemimmanent, ich muss mich ca. 9min gedulden.

15:22 Uhr: Der Zug nach Wien ist mit einigen Fußballfans gefüllt. Heute Abend spielt Österreich gegen Deutschland. Alle Zeitungen erinnern hier an Toni Polsters Doppelpack (Freundschaftsspiel 1986) und an Córdoba.

17:50 Uhr: Nach einem gefühlten Marathon durch Rot-Weiss-Rot Fahnenmeere nun am Flughafen.

17:20 Uhr: Unglaublich, man benötigt hier wirklich eine halbe Stunde vom Zug bis zum Gate und dabei habe ich online-checkin gemacht und musste nirgends anstehen, aber diese langen Wege… Das haben sich die Wiener gut von Frankfurt abgeschaut!

18:20 Uhr: Jetzt noch einen richtigen Kaffee vom Starbucks. Latte tall kostet hier 4€. Leichter Pfeffergeschmack! Zu Haus ist alles schöner …