Sonntag, 29. März 2009

Zum "Heidelberger Appell" seien diese beiden Beiträge nachgereicht: "Zwei Kulturen und die Büttel der Großunternehmen" und "Closed Minds on Open Access". Der letztgenannte Artikel fasst noch einmal in Kürze den Sach- und Streitstand zusammen: Die Open-Access-Initiative der „Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen“ setzt bei diesen veränderten Grundbedingungen an: Da es die Möglichkeit gibt, den Ideenaustausch für einen Bruchteil der bisherigen Kosten über das Internet abzuwickeln, gibt es keine Rechtfertigung mehr dafür, Verlage einzuschalten. Denn, so die Überlegung, durch die Verlage zahlen die Universitäten ja zweimal für die Forschungsergebnisse: einmal, in dem sie die Forschung und die herausgeberischen Tätigkeiten ihrer eigenen Wissenschaftler finanzieren, und ein zweites Mal, wenn sie die Ergebnisse dieser Forschung, die die Wissenschaftler kostenlos an die Verlage abgetreten haben, von den Verlagen zurückkaufen. Das ist eine Verschwendung von Steuermitteln, die besser in die Forschung investiert wären. Ein Vorschlag ist deshalb, dass Forschung, die durch öffentliche Gelder finanziert ist, in Zukunft verpflichtend im Open-Access-Verfahren veröffentlicht werden muss, um so der Allgemeinheit zur Verfügung zu stehen.
Ist das ein „weitreichende[r] Eingriff[] in die Presse- und Publikationsfreiheit“, wie der Heidelberger Appell sagt? Nein: Wer seine Forschungsergebnisse einem Verlag überlassen will, kann das nach wie vor tun. Er darf dann nur keine öffentlichen Mittel für die Forschung verwenden. Es geht im Heidelberger Appell nicht um Freiheit, es geht um den Profit der Verlage. Die Liste der Unterzeichner macht das sehr deutlich. Genau deshalb ist es ebenso durchschaubar wie unangenehm, wenn von Verlegerseite ständig vorgegeben wird, man habe sich die Verteidigung der Rechte der Urheber auf die Fahnen geschrieben.
Nachtrag 1: Auch dieser Beitrag verdient eine Erwähnung,
Nachtrag 2: Bei Infobib gibt es eine umfangreiche Materialsammlung.
|