Berlin, 1. April. - Für den heutigen Donnerstag hat die Parteispitze der Partei DIE LINKE eine Pressekonferenz anberaumt. Verschiedene Berliner Zeitungen haben "gut informierte Kreise" mit der Ankündigung zitiert, dass die Partei einen Solidarfonds für die Opfer der Bürgerrechtsbewegung in der DDR auflegen möchte. Ein Sprecher wird wie folgt zitiert:
"Ziel soll ein finanzieller Ausgleich für die enormen Einbußen an beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten sein, die die vielen hauptamtlichen Mitarbeiter der ehemaligen Hauptabteilung Aufklärung nach der rechtswidrigen Lüftung ihrer Identitäten durch die sogenannte Bürgerrechtsbewegung in den Jahren 1989 und 1990 hinnehmen mussten. Die Partei hat genügend Vermögen, um sich auf diese Weise verdienten Genossen gegenüber erkenntlich zu zeigen."
Innerparteiliche Kritiker erheben indes hinter vorgehaltener Hand Bedenken gegen den Kurs der Parteiführung aus dem Liebknecht-Haus. Gegenüber dem "Neuen Deutschland" gab ein Sprecher der als gemäßigt geltenden parteiinternen Gruppierung "Pankower Kreis" zu erkennen, dass man die Versorgung der ehemaligen MfS-Mitarbeiter mittlerweile für ausreichend halte. Wichtiger sei nun, endlich Gras über die Parteivermögensdebatte wachsen zu lassen. Da sei eine solche Freigebigkeit zweifellos kontraproduktiv.