Arbeiten ohne Bezahlung? Dieser Berufseinstieg ist nach vielen Studiengängen erst mal die Regel. Man nennt das Praktikum.
Das Problem ist nicht neu. Der
Tagesspiegel berichtet:
Dem DGB zufolge gibt es immer mehr junge Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen. Wie viel es genau sind, weiß niemand; die aktuellste Zählung liegt drei Jahre zurück und kommt auf 800 000 Praktikanten und Aushilfen. Um der Arbeitslosigkeit zu entgehen, würden sich viele Junge auf un- oder unterbezahlte Praktika einlassen. In manchen Branchen habe sich geradezu ein „Praktikanten-Arbeitsmarkt“ insbesondere von Akademikern herausgebildet. „Dieser zeichnet sich aus durch ein extrem hohes Qualifikationsniveau, flexibelste Arbeitszeiten, niedrige Sozialstandards sowie geringe bis keine Entlohnung“, heißt es beim DGB.
Um endlich Abhilfe zu schaffen, hat der DGB einen
Maßnahmenkatalog erarbeitet und eine Online-Petition beim Bundestag eingereicht. Die Forderungen:
Der DGB fordert eine Begrenzung der Praktika auf drei Monate bei einer Vergütung von mindestens 300 Euro pro Monat. Volontariate und Berufseinstiegsprogramme sollen mit wenigstens 7,50 Euro pro Stunde bezahlt werden. Damit Praktika und „ähnliche Lernverhältnisse“ eindeutig von Arbeitsverhältnissen abgegrenzt werden können, werden folgende Maßnahmen vom Deutschen Bundestag gefordert: Eine gesetzliche Definition eines Praktikums und auch eines Volontariats und ähnlicher Berufseinstiegsprogramme; jeder Praktikant soll einen Ausbildungsvertrag inklusive Ausbildungsplan mit Ausbildungsinhalten und -zielen bekommen; einen Betreuer oder Anleiter für die Praktikanten möchte die DGB-Jugend obligatorisch machen; nur Praktika im Rahmen von schulischer und wissenschaftlicher Ausbildung oder staatlicher Programme sollen länger als drei Monate dauern dürfen; in den Studienordnungen möchte die DGB-Jugend Praktika als „verbindliche Ausbildungsteile“ anerkannt wissen, ferner sollen „Vor- und Nachpraktika laut Studienordnung in die Regelstudienzeit einberechnet werden, damit eine Förderung laut Bafög möglich ist“.